SIM-Karte in China: Flughafenschalter, Tarife im Shop, Real-Name-Pflicht und wichtige Hinweise
Von PandaTrip Editorial · 3 Min. Lesezeit · Geprüft am 2026-09-06
Geprüft am 2026-09-06

Beantworten wir zuerst die Frage „Brauche ich eine?“: Bei einer Reise von rund einer Woche lassen sich Alipay, WeChat und DiDi alle mit ausländischer Nummer registrieren – ohne chinesische SIM-Karte kommen Sie völlig zurecht. Eine lokale Karte lohnt sich ab dem Moment, in dem einer dieser Punkte zutrifft:
- Sie bleiben länger als zwei Wochen (lokale Datentarife sind eine Größenordnung günstiger als Roaming);
- Sie möchten Essen liefern lassen und Gruppendeals von Meituan/Dianping nutzen;
- Sie müssen lokal telefonieren und erreichbar sein (Restaurantreservierung, Kontakt zum Vermieter);
- internationales Roaming ist Ihnen zu teuer und Sie hängen nicht stark an gesperrten Auslandsdiensten (den entscheidenden Unterschied siehe unten).
Die Wahl unter den drei großen Anbietern
China Mobile, China Unicom und China Telecom nehmen die Anmeldung in eigenen Shops mit dem Reisepass im Original vor (Real-Name-Registrierung inklusive Gesichtserfassung – gesetzlich vorgeschrieben und nicht überspringbar). Die Unterschiede im Kurzüberblick:
| Anbieter | Profil |
|---|---|
| China Mobile | Breiteste Netzabdeckung, erste Wahl für abgelegene Regionen und Gebirge; viele Touristen-Tarife |
| China Unicom | Gutes Tempo in Städten, eingespielte Auslanderschalter an Flughäfen; bei Reisenden beliebt |
| China Telecom | Ausgewogene Leistung bei Signal und Tempo, dichtes Shop-Netz |
Auf Stadtreisen ist der Unterschied zwischen den dreien kaum spürbar – nehmen Sie den Shop in Ihrer Nähe.

Wo abschließen: Flughafenschalter oder Shop in der Stadt
Flughafenschalter: In den Ankunftsbereichen großer Flughäfen – Peking, Shanghai, Guangzhou, Chengdu und weitere – sitzen Anbieterfilialen oder autorisierte Schalter; der Abschluss ist direkt nach der Landung möglich. Richtpreis für Touristen-Tarife: etwa 100—300 Yuan im Monat, inklusive einiger Dutzend GB Daten und eines gewissen Gesprächsguthabens. Achten Sie auf reguläre Schalter mit Anbieterkennzeichen (die Aufschriften China Unicom / China Mobile / China Telecom) und misstrauen Sie Ständen Dritter, die „Daten geschenkt zur SIM“ anpreisen.
Shops in der Stadt: Suchen Sie in der Karten-App nach „China Mobile-/Unicom-Shop“ und wählen Sie eine Filiale mit der Kennzeichnung als betreibereigen (自有营业厅). Die Tarifauswahl ist größer und die Preisgestaltung regulärer als am Flughafen. Passvorlage, Nummernwahl und Vertragsabschluss dauern rund 20 Minuten; eine Übersetzungs-App hilft.
Drei Hinweise beim Abschluss
Klären Sie die Tarifstruktur: Grundgebühr, Datenvolumen, Kosten bei Überschreitung, Vertragslaufzeit, Aufladewege (die App des Anbieters oder Alipay funktionieren). Manche Aktions-Tarife sind an 12 Monate Bindung geknüpft, eine vorzeitige Kündigung kostet eine Strafgebühr – wählen Sie für kurze Aufenthalte einen Tarif „ohne Vertrag, jederzeit stoppbar“.
Ein Pass, begrenzte Nummern: Auf einen Pass entfallen bei jedem Anbieter meist höchstens 5 Nummern; normaler Gebrauch stößt nie an dieses Limit.
Planen Sie mit der physischen Karte: Die drei großen chinesischen Anbieter haben den kommerziellen eSIM-Betrieb für Handys erst im Oktober 2025 gestartet; er richtet sich derzeit überwiegend an Inhaber eines Personalausweises des chinesischen Festlands und erfordert den Gang in eine Filiale – mit Reisepass sind lokale eSIM-Profile vorerst nicht erhältlich, nehmen Sie also einfach die physische Karte.
Vor der Ausreise: Nummer ruhen lassen und Restguthaben
Eine Kurzzeitkarte können Sie einfach auslaufen lassen – bei Zahlungsrückstand wird sie automatisch gesperrt –, aber Ihre Real-Name-Daten bleiben im System des Anbieters. Bei einem Tarif mit Bindung oder wenn Sie die Nummer für die nächste Reise behalten möchten, aktivieren Sie die Nummernhaltung zur Mindest-Grundgebühr (in der Regel 5—8 Yuan pro Monat), über die App des Anbieters oder im Shop.
Ein entscheidender Unterschied: Auch die lokale Karte ist eingeschränkt
Ein Punkt, den viele Guides nicht zu Ende denken: Mit einer chinesischen SIM-Karte läuft Ihr Datenverkehr über das Netz des chinesischen Festlands – gesperrte Dienste wie Google, WhatsApp und Instagram bleiben genauso unerreichbar (die Gründe stehen in „Welche Apps funktionieren in China?“).
Die bewährte Kombination für beides: lokale Karte (großes Datenvolumen, Alltag) + vor der Abreise im Heimatland gekaufter internationaler eSIM bzw. Roaming (umschalten, sobald Sie Auslandsdienste brauchen) – genau das Richtige für Dual-SIM-Handys. Den vollständigen Vergleich finden Sie in „Internationales Roaming, eSIM oder Pocket-WiFi: wie Sie wählen“.
Häufige Fragen
Welche Dokumente brauche ich für eine chinesische SIM-Karte?
Ihr gültiger Reisepass im Original; manche Anbieter führen zusätzlich eine Gesichtskontrolle vor Ort durch. Der Abschluss muss in einem betreibereigenen Shop oder am Flughafenschalter erfolgen – Karten aus Kiosken und Convenience Stores lassen sich nicht auf den Pass registrieren.
Lohnt sich eine chinesische Karte bei einem Kurztrip?
Bei einer Reise von etwa einer Woche sind internationales Roaming oder ein internationaler eSIM meist bequemer. Bei mehr als zwei Wochen – oder wenn Sie lokale Dienste wie Meituan registrieren, Essen liefern lassen und viele Bestätigungscodes empfangen wollen – lohnt sich eine lokale Karte deutlich.